Wer trägt die 'Cargo Dues' bei DAP

Von einem exprtierenden Unternehmen erhielten wir die folgende Anfrage: Wir liefern per Seefracht nach Südafrika an einen unserer Kunden auf Basis „DAP RSA-Johannesburg.
Immer wieder entflamt die Diskussion darüber, wer die in Südafrika entstehenden/anfallenden „Cargo Dues“ zu bezahlen hat. Hierzu haben wir auch bereits unseren Reedereiagenten angesprochen. Dieser vertritt die Meinung, dass diese Kosten nicht zur Fracht gehören sondern sich, gemeinsam mit den Zöllen/Steuern, auf die Einfuhrabfertigung in RSA beziehen und daher durch den Empfänger zu zahlen sind.
Der Empfänger in RSA ist jedoch der Meinung,dass die Cargo Dues von uns zu zahlen sind.
Über eine Information hierzu würden wir uns freuen.
Die Einschätzung unseres Experten lautet wie folgt:
Cargo Dues, auch Wharfage genannt, sind unserem Kenntnisstand nach als Hafen- oder Kainutzungsgebühren zu betrachten. Diese Kosten gehören zwar nicht direktzur Fracht, stehen aber letztlich im unmittelbaren Zusammenhang mit dieser. Üblicherweise hat die Shipping Line sicherzustellen, dass diese Abgaben durch ihren Kunden (und das ist in diesem Fall und Konstelation der Verkäufer) auch beglichen wird.

Es sind somit keine Abgaben, die als reine Einfuhrformalitäten betrachtet werden könnten, sondern im Kontext der Transportmodalitäten bis zum Erreichen des Bestimmungsorts zu sehen.
In den Regelungen der Incoterms heisst es hierzu bei der DAP Klausel bezüglich der Kostentragung:

A6 Der Verkäufer hat zu tragen
a. ...alle die Ware betreffenden Kosten bis diese gemäß A4 geliefert worde sind (entladebereite Zurverfügungstellung am benannten Bestimmungsort) .....
b. ...alle Abgaben die für Entladung am Bestimmungsort, die gmäß Beförderungsvertrag vom Verkäufer zu tragen sind...

Vermutlich werden Sie somit /(siehe oben) als Auftraggeber des Transports nicht umhin kommen die Kosten zu zahlen. Zur eindeutigen Klärung könnte es helfen, den Transportvertrag bezüglich dieser Abgaben zu prüfen, die Erfahrung zeigt allerdings, dass diese Kosten (von deren Übernahme bisweilen auch die Aushändigung des Bill of Lading abhängig gemacht wird) letztlich durch den Exporteur getragen werden.

Wichtiger Hinweis! Stand 2016 - Die hier übermittelten Informationen wurden gründlich recherchiert und nach bestem Wissen erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Derartige Fragestellungen sind immer im direkten Kontext des Gesamtgeschäftes zu betrachten. Unsere Informationen können somit nur eine allgemeine Einschätzung darstellen. Gerne erstellen wir, soweit dies gewünscht ist, eine verbindliche legal opinion. Im konkreten Einzelfall bitten wir, uns über das Außenwirtschaftsforum direkt anzusprechen. Wir stellen dann gerne den Kontakt zu den jeweiligen Experten/Informationsquellen her. Rechtsgültig und rechtsverbindlich sind ausschließlich amtlich herausgegebene Texte und Vorschriften. Sämtliche Rechtsfragen und Formulierungen müssen im Einzelfall erörtert werden.